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15.08.2020
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Verkehrsbetriebe

Tschechien: Ausschreibung zum Planfeststellungsverfahren für einen Tunnel Prag-Smíchov – Beroun
23.07.2020

Von: LOK Report


Die tschechische Eisenbahnverwaltung Správa železnic kündigte am 20.07.2020 eine Ausschreibung für die Aktualisierung einer Dokumentation zum Planfeststellungsverfahren für den Bau der neuen Strecke Prag-Smíchov – Beroun an. Es geht um den Bau einer neuen zweigleisigen Strecke auf dem 3. Transitkorridor, der die Bahnhöfe Prag-Smíchov und Beroun direkt verbindet. Der Gewinner der Ausschreibung soll im Herbst dieses Jahres bekannt gegeben werden.


Der geschätzte Auftragswert für die Aktualisierung der Dokumentation für das Planfeststellungsverfahren beträgt 160,5 Mio. CZK (6 Mio. EUR). Die neue zweigleisige Korridorstrecke wird mit dem Umbau der Ausfahrt aus dem Bahnhof Prag-Smíchov beginnen, wo zu den beiden bestehenden Gleisen zwei weitere Gleise hinzugefügt werden. Die Trasse der neuen Strecke wird hauptsächlich in einem 24,7 Kilometer langen Tunnel verlaufen, der unterhalb von Barrandov beginnt und in Beroun endet. Außerdem wird der neue Korridor mit einer Überführung über das Berounka-Tal fortgesetzt. Auf der Prager Seite des Tunnels wird ein Abzweig zur Branický-Brücke in Richtung Praha-Krč gebaut und auf der Berouner Seite des Tunnels ein Abzweig für die angrenzende neue Hochgeschwindigkeitsstrecke in Richtung Hořovice/Plzeň vorbereitet. Der neue Tunnel wird für eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h ausgelegt.

Zu den Hauptvorteilen der neuen Strecke gehören die Verkürzung der Fahrzeit im Abschnitt Prag-Smíchov - Beroun auf etwa 12 Minuten, die Beschleunigung und Verbesserung des Regionalverkehrs im Abschnitt Praha - Beroun und im gesamten südwestlichen Teil der mittelböhmischen Region in Bezug auf Prag, die Beschleunigung und Verbesserung des inländischen und internationalen Verkehrs im Abschnitt Prag - Plzeň - Nürnberg / München. Die Entlastung der derzeit überlasteten Bahnstrecke entlang der Berounka vom Personen- und Güterfernverkehr wird es dann ermöglichen, die Frequenz der Vorortzüge auf dieser Strecke zu erhöhen.

Der Großteil des Tunnelvortriebs wird mit Vollprofil-TBM-Tunnelbohrmaschinen in einer Tiefe von etwa 150 Metern unter der Oberfläche erfolgen. Gegenwärtig gibt es weltweit nur 13 längere Eisenbahntunnel und eine ähnliche Anzahl befindet sich im Bau oder in einer ähnlichen Vorbereitungsphase. Es wird erwartet, dass die Bauarbeiten 2028 beginnen und 2042 abgeschlossen sein werden.