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15.08.2020
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Verkehrsbetriebe

Österreich: UVP-Verfahren für Streckenabschnitt bis Gänserndorf beginnt
23.07.2020

Von: ÖBB


Vertreter der ÖBB-Infrastruktur AG reichten am 21.7.2020 die Umweltverträglichkeitserklärung (UVE) für den Ausbau des südlichen Streckenabschnitts der Nordbahn zwischen Wien Süßenbrunn und Gänserndorf beim Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) ein.


Mehr als 90 von der ÖBB-Infrastruktur AG beauftragte Experten analysierten in den vergangenen Jahren den Ausbau der Nordbahn auf Herz und Nieren, um Auswirkungen des Bauvorhabens auf die Umwelt zu beurteilen, zu reduzieren bzw. zu vermeiden. Jetzt wurden die Unterlagen für den Südabschnitt fertiggestellt und eingereicht. Vom Bundesministerium beauftragte Sachverständige prüfen nun die Details. Sie beurteilen in ihrem jeweiligen Fachgebiet, ob das Vorhaben umweltverträglich ist.

Im Rahmen dieses sogenannten teilkonzentrierten Genehmigungsverfahrens prüft das Ministerium sämtliche anzuwendende bundesrechtliche Bestimmungen. Dies beinhaltet neben den Fragen des Umweltschutzes in weiterer Folge auch eisenbahnrechtliche Belange. Erst wenn aus diesem Verfahren ein positiver Bescheid vorliegt, können weitere landesrechtliche Genehmigungen von den jeweiligen Bundesländern (Wien und Niederösterreich) erteilt werden, etwa im Bereich Naturschutz und Straßenbau. Der Baubeginn ist derzeit für 2022 geplant.

Das gesamte Projektgebiet erstreckt sich über eine Länge von rund 66 Kilometern und teilt sich in einen Südabschnitt (Wien Süßenbrunn bis Gänserndorf) und einen Nordabschnitt (Gänserndorf bis Bernhardsthal). Davon entfallen auf den jetzt eingereichten Südabschnitt rund 21 Kilometer. Für beide Abschnitte ist jeweils eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) vorgesehen. Insgesamt sollen 17 Bahnhöfe und Haltestellen entlang der Strecke modernisiert und barrierefrei werden. Das Park&Ride-Angebot sowie das Bike&Ride-Angebot werden ausgebaut. Die Auflassung von Eisenbahnkreuzungen wird nicht nur die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer entlang der Strecke erhöhen, sondern erlaubt auch schnellere Fahrgeschwindigkeiten der Züge. Somit werden die Voraussetzungen für ein noch besseres S-Bahn-Angebot geschaffen. Dem trägt auch der Ausbau der Lärmschutzmaßnahmen Rechnung.

Die Umweltverträglichkeitserklärung umfasst die detaillierte Beschreibung des Ausbauprojektes im Südabschnitt der Nordbahn und seiner Auswirkungen auf die Umgebung. Sie enthält die Beurteilung, wie sich das Vorhaben aus Sicht der ÖBB auf folgende Bereiche, die sogenannten Schutzgüter, auswirkt: Menschen, Tiere, Pflanzen und deren Lebensräume, Boden, Wasser, Luft und Klima, Landschaft, Sach- und Kulturgüter. Für jeden Fachbereich erarbeiteten Planerinnen und Planer die Auswirkungen auf die Umwelt in der Bau- und Betriebsphase. Dabei wurden von Anfang an auch zahlreiche Schutz- und Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen.

Die UVE und sämtliche Projektunterlagen liegen für alle Interessierten nach Erstprüfung durch die Behörde und nach öffentlichem Start des Verfahrens voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2020 mindestens sechs Wochen in den Standortgemeinden, in der Bezirksverwaltungsbehörde sowie im Ministerium zur öffentlichen Einsicht aus. In dieser Zeit haben alle Personen und Institutionen mit Parteistellung die Möglichkeit, eine Stellungnahme abzugeben.