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18.07.2019
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Verkehrsbetriebe

Gleisbaubranche Nord trifft sich in Hannover
11.04.2019

Von: ÜGG


Anknüpfend an eine vor Jahren aufgegebene Tradition hatte die Überwachungsgemeinschaft Gleisbau e.V. - Vereinigung für spurgebundene Verkehrssysteme (ÜGG) am 27. März 2019 ins Kongresszentrum in Hannover zu einem Regionaltreffen für die Firmen aus dem Norden eingeladen. Trotz der kurzfristigen Terminankündigung hat die Beteiligung die Erwartungen deutlich übertroffen und Präsident Keidel konnte in einem bis auf den letzten Platz besetzten Tagungsraum neben den Referenten zahlreiche Unternehmer Persönlichkeiten begrüßen.


Eröffnet wurden die Vorträge von Erich Becker, Leiterplanung der DB Engineering & Consulting GmbH. Er veranschaulichte die zwischenzeitlich eingenommene Organisationsstruktur. Das zunehmend an Bedeutung gewinnende Thema BIM ist ein eigenes Arbeitsgebiet, das am Standort Hamburg angesiedelt ist. DB E&C stellt sich nach der Formel 30:60:90 zunehmend dem Wettbewerb. Zunehmend schwieriger wird es aber auch geeignete Mitarbeiter und Nachwuchs zu gewinnen. Dazu werden erhebliche Anstrengungen unternommen. Planungskapazitäten sind zwischenzeitlich in Rumänien und Indien vorhanden.

 

Maximilian Reitzel, Arbeitsgebietsleiter Bauausführung bei der DB Station & Service AG, berichtete über den Bahnhofsbau im Norden und den Erfahrungen aus der Praxis. In Anlehnung an die HOAI gibt es 8 Arbeitsgebiete mit insgesamt 130 Mitarbeitern im Norden, darunter eigene Kapazitäten für die Bauüberwachung. In der Region werden 550 Stationen betreut, die täglich von 3 Millionen Reisenden benutzt werden, darunter auch die großen Hauptbahnhöfe in Hamburg, Hannover und Bremen. In den Jahren 2019-21 befinden sich 100 Bahnhofsprojekte im Bau und 50 in der Planung. Der Bedarf wurde anschaulich anhand zahlreicher Beispiele verdeutlicht.

 

Als Vertreter der DB Netz AG referierte Gerhard Kloth-Henkel, Leiter Regionales Projektmanagement RB Nord, zu den Investitionen in das Bestandsnetz im Norden. Anhand des aufgezeigten Verkehrs ergibt sich unmittelbar der Handlungsbedarf für das Schienennetz. Von den Bundesmittel nach der LuFV II (bundesweit 28 Mrd. €) ging etwa die Hälfte in den Oberbau. Dennoch hat es nicht gereicht, damit das durchschnittliche Anlagenalter sinkt, es ist sogar noch leicht gestiegen. Von daher ist eine deutliche Erhöhung der Finanzmittel für die LuFV III erforderlich, um eine tatsächliche Verbesserung der Schieneninfrastruktur zu erreichen. Auch sind die Preise zwischenzeitlich gestiegen. Bei Brückenausschreibungen lagen diese teilweise 25-30 % über den Schätzungen; mehrfach gab es auch nur ein Angebot. Große Anstrengungen werden unternommen, um kundenfreundlicher zu bauen. Der Weg wird in weniger und kürzeren Sperrzeiten gesehen, die effizienter ausgenutzt werden sollen. Bereits jetzt laufen die Anmeldungen der Baumaßnahmen für die Jahre 2022-24.

 

Seine Teilnahme zugesagt hatte auch Frank Limprecht, Leiter Großprojekte RB Nord, der jedoch durch einen verlängerten Gesprächstermin beim Hamburger Senat nicht mehr rechtzeitig nach Hannover kommen konnte.

 

In der Abschlussdiskussion wurden zahlreiche Themen aus der Praxis angesprochen.