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20.09.2020
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Verkehrsbetriebe

Hessen: GDL Bebra will Sicherheit im Bahnverkehr erhöhen
10.09.2020

 


Die Ortsgruppe Bebra der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer schlägt vor den neu am Standort der ehemaligen Alheimer-Kaserne in Rotenburg an der Fulda entstehende Ausbildungsstandort der Bundespolizei für vertiefende Aufgaben im Bereich der Sicherheit im Bahnverkehr zu nutzen. Zudem sollte am Bahnhof Bebra eine Wache der Bundespolizei eingerichtet werden.


Entsprechende Ideen äußert Patrick Rehn stellvertretend für den Vorstand der Ortsgruppe, deren räumlicher Zuständigkeitsbereich sich auf den Landkreis Hersfeld-Rotenburg und Teile des Schwalm-Eder- sowie des Werra-Meißner-Kreises erstreckt: „Die Landes- und Bundespolitik haben sich in den zurückliegenden Monaten zu unserer großen Freude des Verkehrsträgers Schiene besonnen und wollen diesen durch verschiedenste Maßnahmen wieder nach vorne bringen. Doch steigende Fahrgastzahlen im öffentlichen Verkehr, neue Bahnstrecken und mehr Züge bedeuten aus unserer Erfahrung heraus auch, dass damit die Zahl an Vorkommnissen ansteigen, zu welchen Landes- oder Bundespolizei hinzugezogen werden müssen. Für das Netz an Strecken und Bahnhöfen, welches in den nächsten Jahren ausgebaut wird - bereits aber zu einem früheren Zeitpunkt mehr Personen, Güter und Züge verkraften soll -, braucht es nicht nur mehr Personal der Bahnunternehmen, sondern auch der Sicherheitsbehörden.“

Die ehemalige Bahnpolizei übernahm bis 1992 hoheitliche Aufgaben im Bereich der Bahnanlagen, ehe sie in den Bundesgrenzschutz (BGS) integriert wurde. 2005 wurde der BGS zur Bundespolizei, welche auch heute für die Überwachung und Sicherheit in den Zügen, sowie auf den Bahnhöfen und entlang der Strecken zuständig ist.

Niemand solle in diesem Zusammenhang etwas verlieren, darin sind sich die GDLer aus Bebra einig. Rehn: „Mit dem ab Dezember erweiterten Umsteigkreuz für den Nahverkehr in Bebra werden die Fahrgastzahlen steigen, die nächsten Wachen sind in Fulda und Kassel allerdings beide etwa 60 Kilometer entfernt. Zudem werden die Beamtinnen und Beamten dort durch die Zunahme von Zügen und Fahrgästen vermutlich ebenfalls nicht über Langweile klagen. Bereits heute werden die örtlichen Dienststellen der Landespolizei bei Gefahr im Verzug oder zur Amtshilfe herangezogen.“

Aus Sicht der GDLer blieben daher drei Möglichkeiten: Entweder die beiden Wachen in Fulda und Kassel personell und unter Umständen räumlich zu erweitern, in Rotenburg Synergien nutzen - oder in Bebra eine neue Wache einzurichten. Rehn: „Aufgrund der Größe des Bahnhofs, der Umsteigerzahlen und des zu betreuenden Bereichs würde sich aus unserer Sicht letztere Variante anbieten, zumal von Bebra aus die vier Eisenbahnstrecken in Richtung Eisenach, Fulda, Kassel und Göttingen in alle Himmelsrichtungen ausstrahlen und kurze Wege gewährleistet werden könnten.“

Bundes- und Landesbehörden sollen laut entsprechender Beschlüsse nicht mehr ausschließlich in Ballungsräumen angesiedelt werden, wo man im Wettbewerb um Nachwuchskräfte meist mit größeren und namhaften Industrie- und Wirtschaftsunternehmen konkurriere. Für die Gewerkschafter ließen sich daher zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, so dass sie um Unterstützung aus Bevölkerung und Politik werben.

Zudem sehen Rehn und seine Kollegen, mit Blick auf den Bahnhof Bebra und die Region, einen weiteren Vorteil in einer Erweiterung oder Schwerpunktsetzung der Ausbildungskapazitäten in Rotenburg: Hier können angehende Bundespolizistinnen und Bundespolizisten nahezu die komplette Bandbreite des Eisenbahnbetriebes erleben und kennenlernen. Denn neben ICEs fahren auch Nahverkehrs- und Güterzüge unterschiedlichster Unternehmen durch Waldhessen. Zudem gibt es in der Region sowohl Hochgeschwindigkeitsstrecken, als auch hoch belastete Altbaustrecken durch die Flusstäler - aber auch Nebenstrecken, auf denen nur wenige Züge am Tag verkehren. Zudem gibt es in der Region Bahnhöfe verschiedener Größen und Aufgaben, welche für den Personen- oder Gütertransport unterschiedliche Funktionen erfüllen.

Rehn abschließend: „Menschen in Uniform, welche die Werte der Demokratie vertreten und einen Eid auf die Gesetze unseres Landes geschworen haben, waren über viele Jahrzehnte ein vertrautes Bild in der Region Osthessen. Wir freuen uns, dass sie bald wieder zum gewohnten Anblick werden - und noch ein bisschen mehr, wenn sie öfter in den Zügen und auf den Bahnhöfen der Region zu sehen wären.“