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13.03.2026
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Verkehrsbetriebe

Rüdesheim, Hessen: DB baut neuen Bahnhof am Hafenpark
06.02.2026

 


Die DB InfraGO baut für die Fahrgäste eine neue Bahnstation in Rüdesheim am Rhein.


Der neue Standort des Rüdesheimer Bahnhofs am Hafenpark direkt an den Schiffsanlegern bietet einige Vorteile: Neben zwei jeweils 210 Meter langen Außenbahnsteigen wird der Neubau für Reisende mittels Rampen barrierefrei zugänglich sein.

Die Bahnsteige bekommen eine neue Beleuchtung, Wartemobiliar und Wetterschutzhäuser sowie digitale Fahrplananzeiger. Die zentrale Lage in Nähe der Wohnbebauung und touristischen Örtlichkeiten bringt eine verbesserte Erreichbarkeit mit sich. Große PKW-Parkplätze und Bushaltestellen in fußläufiger Nähe bieten eine attraktivere Verknüpfung der Verkehrsträger sowie mehr Komfort für Pendler.

Baubeginn ist voraussichtlich am 9. Februar 2026. Zuerst führt die DB Gründungsarbeiten für die Bahnsteige durch. Im Sommer erfolgen dann die eigentlichen Bahnsteigbauarbeiten. Bereits Ende letzten Jahres wurden vorbereitende Vegetationsarbeiten am Standort des neuen Halts durchgeführt. Der Neubau des Bahnhofs Rüdesheim erfolgt im Rahmen der Korridorsanierung am rechten Rhein zwischen Wiesbaden und Troisdorf, bei der 36 Stationen saniert bzw. modernisiert werden. Mit dem Abschluss der Generalsanierung Ende 2026 soll dann auch die neue Station in Betrieb genommen werden.

Der Bahnhof am Hafenpark ersetzt künftig den vorhandenen Bahnhof, weshalb auch der Name beibehalten wird. Die Anlagen am alten Standort werden nach der Inbetriebnahme des neuen Bahnhofs zurückgebaut. Das im Privateigentum befindliche und denkmalgeschützte Empfangsgebäude bleibt dabei erhalten und kann weiterhin gewerblich genutzt werden.

Nicht angegangen wird der Bahnübergang am alten Bahnhof (Rheinstr./B42), der mit bis zu acht Stunden am Tag geschlossener Schranken Pendler und Besucher nervt. Hessen Mobil ist seit mehreren Jahren mit der Planung einer Alternative beauftragt, die wohl auf eine Unterführung hinauslaufen wird, da eine Brücke das Welterbe-Landschaftsbild zerstören würde. Verkehrsminister Schnieder wartet mit seiner Entscheidung auf eine weitere Stellungnahme der UNESCO zu diesem Thema.

Der fehlende Tunnel führt auch zu einem Kuriosum beim Rhein-Radweg: von der Stadt rheinabwärts gibt es einfach zu wenig Platz, weswegen bis zur Jahresmitte ein Provisorium über einen stillgelegten Bahndamm errichtet wird, das an einer Ampel zur Überquerung der B42 endet. Für die etwa 300 m werden 2,3 Mio. Euro veranschlagt – ein Klacks zu den 140 Mio., die der 11 km lange Rest Richtung Lorch gekostet hat.

Rüdesheim zählt jährlich bis zu 3 Mio. Besucher; zur BUGA 2029 werden noch mehr erwartet, die schätzungsweise zu einem Drittel aus dem Rhein-Main-Gebiet über die B42 mit dem Auto kommen werden.